Veröffentlicht am August 16, 2024

Zusammenfassend:

  • Ihr Signature-Look ist keine Modeerscheinung, sondern der Ausdruck Ihrer persönlichen Identität und Werte.
  • Statt Regeln zu folgen, entwickeln Sie eine eigene visuelle Sprache durch Selbstreflexion und gezieltes Kuratieren.
  • Ein minimalistischer Ansatz (Capsule Wardrobe) schafft kreativen Freiraum und stärkt das Bewusstsein für echten Stil.
  • Authentizität entsteht, indem Sie Inspiration filtern und Massenprodukte durch persönliche Details zu Unikaten machen.

Fühlen Sie sich manchmal auch so? Ihr Kleiderschrank ist voll, doch das Gefühl, „nichts zum Anziehen“ zu haben, ist ein ständiger Begleiter. Gerade für Frauen ab 30, die beruflich und privat gefestigt sind, entsteht oft der Wunsch, dass sich diese innere Reife auch im Äusseren widerspiegelt. Man möchte modern und stilvoll sein, aber nicht mehr jedem flüchtigen Trend hinterherjagen. Man sehnt sich nach einem Look, der mühelos, authentisch und unverkennbar „man selbst“ ist – einem Signature-Look.

Die üblichen Ratschläge kennen Sie sicher: Erstellen Sie Moodboards auf Pinterest, analysieren Sie Ihren Körpertyp oder investieren Sie in „zeitlose Klassiker“. Das sind alles nützliche Puzzleteile, doch oft führen sie zu einer Garderobe, die zwar korrekt, aber seelenlos wirkt. Man adaptiert Stile, anstatt einen eigenen zu erschaffen. Das Ergebnis ist eine Ansammlung schöner Kleidung, die aber keine Geschichte erzählt – und schon gar nicht Ihre.

Aber was wäre, wenn die wahre Lösung nicht im Aussen, sondern im Inneren liegt? Wenn Ihr Signature-Look nicht etwas ist, das Sie *finden*, sondern etwas, das Sie aus Ihrer eigenen Identität *entwickeln*? Dieser Artikel verfolgt genau diesen Ansatz. Wir betrachten Ihren Stil als eine visuelle Sprache, als eine Form des persönlichen Brandings. Es geht darum, eine bewusste Verbindung zwischen Ihrer Persönlichkeit, Ihren Werten und Ihrer Kleidung herzustellen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich von der Überforderung durch zu viele Optionen befreien und stattdessen einen klaren, kreativen und zutiefst persönlichen Stil kultivieren.

In den folgenden Abschnitten führen wir Sie Schritt für Schritt durch diesen Prozess der Stilfindung. Wir entschlüsseln die Psychologie hinter Kleidung, geben Ihnen Werkzeuge zur Selbstreflexion an die Hand und liefern praktische Tipps, wie Sie Ihre Garderobe in einen echten Ausdruck Ihrer selbst verwandeln – authentisch, selbstbewusst und zeitlos elegant.

Was sagt Ihre Vorliebe für schwarzen Schmuck über Ihre Persönlichkeit aus?

Ihr Signature-Look beginnt oft im Detail. Nehmen wir schwarzen Schmuck als Beispiel. Weit entfernt davon, nur ein modisches Accessoire zu sein, ist die Entscheidung für Schwarz oft ein subtiles, aber kraftvolles Statement. Es ist eine bewusste Abkehr von traditionellem Gold oder Silber und signalisiert eine Vorliebe für Minimalismus, Modernität und intellektuelle Tiefe. Personen, die schwarzen Schmuck bevorzugen, schätzen oft klare Linien, architektonische Formen und eine Ästhetik, die nicht schreit, sondern spricht. Es ist eine Wahl, die Selbstvertrauen und eine unangepasste Eleganz ausstrahlt.

Diese Wahl ist ein perfektes Beispiel für eine „visuelle Sprache“. Schwarzer Schmuck kann Stärke, Kreativität oder eine ruhige Autorität kommunizieren, je nachdem, wie er getragen wird. In der Berliner Kreativszene beispielsweise ist schwarzer Schmuck fast schon eine Uniform, die den urbanen, avantgardistischen Geist der Stadt widerspiegelt und, wie die Designer von KOSAE betonen, filigrane Motive mit dem rebellischen Spirit Berlins vereint. Er passt perfekt zu einer Garderobe, die auf Qualität und Schnitt statt auf laute Farben setzt. Die Entscheidung für ein solches Stück ist also mehr als nur Geschmack; sie ist ein Teil Ihrer Stil-Identität.

Nahaufnahme von minimalistischem schwarzem Schmuck getragen mit professioneller Kleidung

Die Experten von Monomania Schmuck fassen es treffend zusammen, wenn sie sagen, dass schwarzer Schmuck modische Statements setzt und die Persönlichkeit mit einer klaren, modernen Note unterstreicht. Wenn Sie also feststellen, dass Sie immer wieder zu solchen Stücken greifen, hören Sie auf dieses Signal. Es ist ein Hinweis darauf, welche ästhetischen Werte Sie unbewusst schätzen. Anstatt diese Vorliebe als zufällig abzutun, können Sie sie als einen fundamentalen Baustein für Ihren gesamten Signature-Look nutzen. Es ist der erste Schritt, um zu verstehen, was Sie wirklich repräsentiert, jenseits aller Trends.

Wie lassen Sie sich inspirieren, ohne einfach nur zu kopieren?

Inspiration ist der Treibstoff für Stilentwicklung, doch im Zeitalter von Instagram und Pinterest kann sie schnell zur Falle werden. Wir sehen ein perfektes Outfit, speichern es ab und versuchen, es nachzubilden. Das Ergebnis fühlt sich oft wie eine Verkleidung an, nicht wie man selbst. Der Schlüssel liegt darin, Inspiration nicht als Vorlage, sondern als Rohmaterial zu betrachten. Sie müssen einen Authentizitäts-Filter entwickeln, der Ihnen hilft, nur die Elemente zu extrahieren, die wirklich zu Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Leben passen.

Ein wirksamer erster Schritt ist die „Drei-Worte-Methode“. Anstatt ziellos zu suchen, definieren Sie zuerst drei Adjektive, die beschreiben, wie Sie durch Ihren Stil wahrgenommen werden möchten. Vielleicht sind das „kreativ, souverän, nahbar“ oder „elegant, minimalistisch, stark“. Diese drei Wörter werden zu Ihrem persönlichen Filter. Wenn Sie nun ein inspirierendes Bild sehen, fragen Sie sich nicht: „Gefällt mir das Outfit?“, sondern: „Passt dieses Outfit oder ein Element davon zu meinen drei Wörtern?“. So lernen Sie, zwischen reiner Bewunderung für einen fremden Stil und echter Resonanz mit Ihrer eigenen Identität zu unterscheiden.

Verlassen Sie ausserdem die ausgetretenen Pfade der sozialen Medien. Inspiration für Ihre visuelle Sprache finden Sie überall: in der Architektur Ihrer Lieblingsstadt, der Farbpalette eines Gemäldes in einem deutschen Design-Museum, der Textur eines alten Möbelstücks oder dem Charakter einer Filmfigur. Wenn Sie lernen, die Welt mit den Augen Ihrer „drei Wörter“ zu sehen, werden Sie eine unendliche Quelle an authentischer Inspiration entdecken. Sie hören auf, ein Konsument von Trends zu sein, und werden zum Kurator Ihres eigenen Stils. Sie kopieren nicht mehr, sondern interpretieren und integrieren.

Ab wann gilt man im deutschen Büro als ‚bunter Hund‘ und ist das schlimm?

Die Angst, im beruflichen Umfeld unangemessen aufzufallen, ist eine der grössten Hürden bei der Entwicklung eines Signature-Looks, besonders in Deutschland, wo Dresscodes oft subtil, aber wirkungsvoll sind. Die Frage ist nicht *ob* Sie Ihre Persönlichkeit zeigen dürfen, sondern *wie*. Ein Signature-Look bedeutet nicht, exzentrisch zu sein. Er bedeutet, die eigene Identität geschickt in den gegebenen Rahmen zu integrieren. Ein knallroter Hosenanzug mag in einer Frankfurter Bank deplatziert wirken, während er in einer Berliner Werbeagentur kaum auffällt.

Der Schlüssel liegt darin, die Spielregeln Ihres Umfelds zu verstehen, um sie dann bewusst für sich zu nutzen. Ein Signature-Look in einem konservativen Umfeld drückt sich vielleicht nicht durch laute Farben, sondern durch einen perfekt sitzenden Hosenanzug, ein einzigartiges Schmuckstück oder eine hochwertige Tasche aus. Es geht um die Kunst der Nuance. Die wahre Meisterschaft zeigt sich darin, innerhalb der Grenzen Individualität zu beweisen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische Dresscodes in verschiedenen deutschen Branchen und zeigt, wo Ihr Spielraum für eine persönliche Note liegt:

Dresscodes in deutschen Branchen
Branche Dresscode Spielraum für Individualität
Finanzsektor (Frankfurt) Formell-konservativ Gering – Accessoires als Statement
Start-up (Berlin) Casual-kreativ Hoch – Experimentierfreude erwünscht
Ingenieurwesen (Stuttgart) Smart Casual Moderat – dezente persönliche Note

Ein „bunter Hund“ zu sein, ist also nicht per se schlimm – es kommt auf den Kontext an. Die eigentliche Frage ist: Ist Ihr Auftreten authentisch und respektiert es gleichzeitig die Kultur Ihres Arbeitsplatzes? Ein gut entwickelter Signature-Look schafft genau das. Wie das Magazin New Kiss on the Blog treffend formuliert, ist ein echter Signature-Stil „ein lebenslanger Begleiter, der fernab von Trends die wahre Personality ausdrückt“. Er ist so flexibel, dass er sich an verschiedene Situationen anpassen kann, ohne seine Essenz zu verlieren. Es geht nicht darum, aufzufallen, sondern darum, in Erinnerung zu bleiben – für Ihre Kompetenz und Ihre authentische Präsenz.

Warum blockiert ein voller Kleiderschrank Ihre Kreativität?

Das Paradoxon der Auswahl ist ein bekanntes psychologisches Phänomen: Je mehr Optionen wir haben, desto schwerer fällt uns die Entscheidung. Ein überfüllter Kleiderschrank ist die physische Manifestation dieses Problems. Anstatt uns zu inspirieren, führt er zu einer Entscheidungslähmung. Jeden Morgen stehen Sie vor einem Berg von „Möglichkeiten“, die sich jedoch wie eine Last anfühlen. Sie greifen am Ende doch wieder zu den gleichen fünf Teilen, weil Ihr Gehirn den kognitiven Aufwand scheut, aus dem Chaos etwas Neues zu erschaffen.

Ein voller Schrank ist oft ein Symptom für unbewussten Konsum und fehlende Stil-Klarheit. Er enthält Fehlkäufe, Kleidung für ein Leben, das Sie nicht führen, und Teile, die nicht mehr zu der Person passen, die Sie heute sind. Diese „Kleiderleichen“ sind nicht nur physischer Ballast, sie sind auch mentaler Lärm. Sie blockieren den Blick auf die wahren Schätze in Ihrer Garderobe und verhindern, dass Sie Ihren kreativen Freiraum nutzen können. Kreativität braucht Platz, sowohl im Kopf als auch im Schrank.

Aufgeräumter minimalistischer Kleiderschrank mit sorgfältig organisierten Kleidungsstücken

Hier kommt das Konzept der Capsule Wardrobe ins Spiel. Es geht nicht darum, sich ascetisch zu kasteien, sondern darum, eine bewusste und hochfunktionale Auswahl zu treffen. Viele Experten empfehlen eine Garderobe, die laut dem Capsule-Wardrobe-Konzept nicht mehr als 30 Teile pro Saison umfassen sollte (ohne Basics wie Unterwäsche oder Sportkleidung). Eine solche Reduktion zwingt Sie, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Teile, die Sie lieben, die Ihnen perfekt passen und die sich untereinander vielseitig kombinieren lassen. Plötzlich sehen Sie wieder Verbindungen und Möglichkeiten. Ein minimalistischer Kleiderschrank ist wie eine leere Leinwand – er lädt zum kreativen Gestalten ein, anstatt Sie mit altem Ballast zu erdrücken.

Wie hilft Ihnen ein Spiegel-Selfie-Tagebuch bei der Stilentwicklung?

Die Entwicklung Ihrer Stil-Identität ist ein Prozess, kein einmaliges Ereignis. Wie bei jeder Entwicklung benötigen Sie Daten, um Muster zu erkennen und Fortschritte zu messen. Ein Spiegel-Selfie-Tagebuch ist genau das: Ihr persönliches Forschungsprojekt. Es geht hier nicht um narzisstische Selbstdarstellung, sondern um eine ehrliche und private visuelle Dokumentation. Indem Sie täglich Ihr Outfit fotografieren, schaffen Sie eine objektive Datenbasis, die Ihnen wertvolle Einblicke in Ihre unbewussten Stilgewohnheiten gibt.

Ein einfaches Foto des Outfits ist nur der Anfang. Die wahre Magie liegt in der Verknüpfung des Visuellen mit dem Emotionalen. Notieren Sie zu jedem Bild, wie Sie sich an diesem Tag gefühlt haben. Selbstbewusst und stark? Oder unsicher und verkleidet? Ergänzen Sie Kontext: Was stand an diesem Tag an? Ein wichtiges Meeting, ein kreativer Workshop oder ein entspannter Abend mit Freunden? Nach einigen Wochen werden Sie Muster erkennen: Welche Schnitte, Farben oder Kombinationen korrelieren mit einem hohen Selbstvertrauen? In welchen Outfits fühlen Sie sich am authentischsten?

Einen Signature Look zu finden ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess. Dein persönlicher Modestil entwickelt sich mit dir, deinem Leben und deinen Erfahrungen. Das Wichtigste dabei: Dein Stil sollte dir Freude bereiten und dich in deinem Selbstausdruck unterstützen, nicht einschränken.

– HACO, So findest du deinen Signature Look

Dieses Vorgehen verwandelt abstrakte Gefühle in konkrete Erkenntnisse. Sie lernen, welche Kleidung Ihnen wirklich dient und welche nur im Schrank hängt. Es ist der effektivste Weg, um Ihre Stil-Hypothesen zu testen und Ihre Garderobe gezielt zu optimieren. Betrachten Sie es als Ihr persönliches Logbuch auf der Reise zu sich selbst.

Ihr Fahrplan zum Stil-Tagebuch: Eine Anleitung in 5 Schritten

  1. Tägliche Dokumentation: Notieren Sie täglich Ihr Outfit zusammen mit dem Kontext (z.B. Wetter, anstehende Termine, Ihre Stimmung).
  2. Gefühls-Check: Bewerten Sie auf einer Skala von 1-10, wie selbstbewusst und wohl Sie sich in Ihrem Outfit fühlen.
  3. Feedback sammeln: Dokumentieren Sie (falls vorhanden) spontane Reaktionen von Kollegen oder Freunden auf Ihr Erscheinungsbild.
  4. Mustererkennung: Identifizieren Sie nach 30 Tagen wiederkehrende Muster. Welche Outfits erhalten die höchsten Bewertungen und warum?
  5. Gezielt experimentieren: Nutzen Sie Ihre Erkenntnisse, um bewusst neue Kombinationen auszuprobieren und den Effekt zu beobachten.

Kühler oder warmer Typ: Welche Farben lassen Sie auch ungeschminkt frisch aussehen?

Farben sind das mächtigste nonverbale Kommunikationsmittel in Ihrer Garderobe. Die richtigen Farben können Ihren Teint zum Strahlen bringen, Ihre Augen betonen und Sie selbst an einem müden Tag frisch und wach aussehen lassen – ganz ohne Make-up. Die falschen Farben hingegen können Sie blass, müde oder sogar älter wirken lassen. Die Grundlage für eine wirkungsvolle visuelle Sprache ist daher das Verständnis Ihrer persönlichen Farbpalette. Die klassische Einteilung in kühle und warme Farbtypen ist hierfür ein bewährtes und effektives Werkzeug.

Die Bestimmung Ihres Farbtyps basiert auf dem Unterton Ihrer Haut, Ihrer Haar- und Ihrer Augenfarbe. Sind Ihre Untertöne eher bläulich-rosig (kühl) oder goldig-gelblich (warm)? Ein einfacher Test: Betrachten Sie die Adern an Ihrem Handgelenk bei Tageslicht. Erscheinen sie eher bläulich oder violett, sind Sie wahrscheinlich ein kühler Typ (Sommer oder Winter). Erscheinen sie grünlich, deutet das auf einen warmen Typen hin (Frühling oder Herbst). Sobald Sie Ihre Grundtendenz kennen, können Sie gezielt Farben auswählen, die mit Ihrer natürlichen Pigmentierung harmonieren.

Diese Erkenntnis ist revolutionär, denn sie befreit Sie vom Diktat der Trendfarben. Statt sich zu fragen, ob „Peach Fuzz“ Ihnen steht, wissen Sie, welcher Pfirsichton Ihrer Palette entspricht. Dies erleichtert nicht nur das Einkaufen ungemein, sondern sorgt auch dafür, dass alle Teile Ihrer Garderobe besser miteinander harmonieren. Eine kohärente Farbpalette ist das Fundament einer jeden erfolgreichen Capsule Wardrobe und Ihres Signature-Looks.

Die folgende Tabelle, basierend auf Analysen wie sie auch von Schmuckexperten für die Trendberatung genutzt werden, bietet eine Orientierung für die vier Hauptfarbtypen:

Farbtypen und passende Paletten
Farbtyp Charakteristika Empfohlene Farben Zu vermeiden
Sommer (kühl) Helle Haut, aschige Töne Pastellfarben, gedämpfte Töne Warme Erdtöne
Winter (kühl) Kontrastreiche Erscheinung Klare, kräftige Farben Warme Brauntöne
Frühling (warm) Goldener Unterton Helle, warme Farben Kühle Grautöne
Herbst (warm) Warmer Unterton Erdige, satte Farben Kühle Pastelltöne

Wie machen Sie ein Massenprodukt durch kleine Hacks zum Unikat?

Ein authentischer Signature-Look lebt nicht nur von der perfekten Basis, sondern vor allem von den persönlichen Details, die eine Geschichte erzählen. In einer Welt der Massenproduktion ist die Kunst der Individualisierung der Schlüssel zur wahren Einzigartigkeit. Sie müssen kein Designer sein, um einem Kleidungsstück von der Stange eine persönliche Handschrift zu verleihen. Oft sind es kleine, durchdachte Eingriffe, sogenannte „Style Hacks“, die den entscheidenden Unterschied machen und aus einem gewöhnlichen Teil Ihr ganz persönliches Signature Piece machen.

Denken Sie über den ursprünglichen Zustand eines Kleidungsstücks hinaus. Ein einfacher Trenchcoat wird durch den Austausch der Plastikknöpfe gegen hochwertige Hornknöpfe vom Flohmarkt sofort aufgewertet. Eine schlichte Jeansjacke kann durch eine dezente, selbst entworfene Stickerei am Kragen zu einem Kunstwerk werden. Der Gang zur Änderungsschneiderei vor Ort ist vielleicht der wirkungsvollste Hack von allen: Eine perfekt angepasste Passform lässt selbst das günstigste Teil teuer und edel aussehen. Es geht darum, mit Kreativität und Handwerkskunst eine tiefere Verbindung zu Ihrer Kleidung aufzubauen.

Diese kleinen Veredelungen sind mehr als nur Dekoration. Sie sind Ausdruck Ihrer Werte und Ihrer Kreativität. Sie zeigen, dass Sie sich bewusst mit Ihrer Kleidung auseinandersetzen und sie als Teil Ihrer Identität betrachten. Hier sind einige konkrete Ideen, um Ihre Garderobe zu personalisieren:

  • Knopf-Tausch: Ersetzen Sie langweilige Plastikknöpfe an Blusen, Mänteln oder Sakkos durch Vintage-Exemplare, Perlmutt- oder Metallknöpfe.
  • Regionale Inspiration: Lassen Sie sich von lokalen Traditionen inspirieren. Eine dezente Stickerei an einer Jeanstasche, die von deutschen Trachtenmustern inspiriert ist, kann ein wunderbares, subtiles Statement sein.
  • Der perfekte Sitz: Investieren Sie in eine lokale Änderungsschneiderei. Ärmel kürzen, Hosen enger machen oder Schultern anpassen – die perfekte Passform ist der ultimative Luxus.
  • Schmuck-Layering: Kombinieren Sie mehrere feine Ketten unterschiedlicher Längen oder tragen Sie eine Mischung aus geerbten Ringen und modernen Stücken, um einen einzigartigen Look zu kreieren.

Indem Sie diesen Prozess der Personalisierung annehmen, werden Sie vom passiven Konsumenten zum aktiven Gestalter. Ihre Garderobe wird zu einer Sammlung von Geschichten und persönlichen Statements, die niemand sonst auf der Welt besitzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Identität statt Trends: Ihr Stil sollte Ihre Persönlichkeit widerspiegeln, nicht die Titelseiten von Magazinen.
  • Weniger ist mehr: Ein kuratierter Kleiderschrank fördert die Kreativität, während ein überfüllter sie erstickt.
  • Selbstreflexion ist der Schlüssel: Nutzen Sie Werkzeuge wie ein Stil-Tagebuch, um zu verstehen, was Ihnen wirklich Selbstvertrauen gibt.

Wie erstellen Sie eine funktionale Capsule Wardrobe für unter 500 €?

Nachdem Sie Ihre Stil-Identität definiert, Ihre Farben gefunden und gelernt haben, wie Sie Stücke personalisieren, kommt der praktische Schritt: der Aufbau einer Garderobe, die all das widerspiegelt. Eine Capsule Wardrobe ist die perfekte Lösung, aber viele schrecken vor den vermeintlich hohen Kosten für hochwertige Basics zurück. Die gute Nachricht: Eine durchdachte, funktionale und stilvolle Capsule Wardrobe ist auch mit einem limitierten Budget von 500 € absolut realisierbar. Der Schlüssel liegt in strategischer Planung und cleverem Sourcing.

Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, alles neu kaufen zu müssen. Ein Budget von 500 € zwingt Sie zur Kreativität und Nachhaltigkeit. Ihr Fokus sollte auf drei Säulen liegen: hochwertige Second-Hand-Stücke, gezielte Investitionen in Schlüsselbereiche und das Meiden von Fast Fashion. Bevor Sie einen einzigen Euro ausgeben, erstellen Sie eine präzise Liste der Teile, die Ihnen fehlen, um Ihre Kernoutfits zu vervollständigen. Denken Sie in Kombinationen, nicht in Einzelteilen.

Eine kluge Budget-Aufteilung ist entscheidend. Investieren Sie den grössten Teil Ihres Geldes in Stücke, die Sie oft tragen und die eine gute Passform erfordern, wie Hosen, Blazer oder einen hochwertigen Mantel. Bei Basics wie T-Shirts können Sie auf günstigere, aber dennoch qualitativ gute Marken zurückgreifen. Der deutsche Second-Hand-Markt, sowohl online (z.B. Vinted.de) als auch offline (Oxfam, lokale Vintage-Läden), ist eine Goldgrube für hochwertige Stücke zu einem Bruchteil des Neupreises. Outlet-Center wie die Outletcity Metzingen sind ebenfalls eine hervorragende Quelle für Designerstücke zu reduzierten Preisen.

Die folgende Tabelle von Experten von Shops wie Loveco, die auf nachhaltige Mode spezialisiert sind, bietet einen beispielhaften Plan, wie Sie Ihr Budget von 500 € aufteilen könnten:

Budget-Aufteilung für eine 500-€-Capsule-Wardrobe
Kategorie Anzahl Teile Budget Empfohlene Quellen
Basics (T-Shirts, Tops) 5-6 100€ Armedangels, Uniqlo
Hosen/Röcke 3-4 150€ Second-Hand, Vinted.de
Oberbekleidung 2-3 150€ Outlet Metzingen, Oxfam
Schuhe 2-3 100€ Sale-Aktionen, Outlets

Mit einer klaren Strategie ist der Aufbau einer Budget-Garderobe kein Kompromiss, sondern ein kreativer Akt. Die finanzielle Planung ist ein wesentlicher Teil des bewussten Stilaufbaus.

Der Weg zu Ihrem Signature-Look ist eine der lohnendsten Reisen der Selbstentdeckung. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Garderobe nicht nur als eine Ansammlung von Kleidung, sondern als eine Erweiterung Ihrer selbst zu betrachten. Bewerten Sie Ihre vorhandenen Stücke nach den hier vorgestellten Prinzipien und erstellen Sie einen klaren Plan für das, was Ihnen wirklich dient.

Geschrieben von Verena Hartmann, Verena Hartmann ist eine zertifizierte Imageberaterin und Personal Shopperin aus Düsseldorf mit über 12 Jahren Erfahrung in der Modebranche. Sie ist spezialisiert auf den Aufbau funktionaler Capsule Wardrobes und Business-Styling für Führungskräfte.